Laguiole Kaufkriterien – Original oder Fälschung?

Das Laguiole ist ein französisches Taschenmesser und stammt aus der Auvergne, dessen Region bekannt ist für seine schönen Landschaften, den guten Käse und natürlich für das weltweit bekannte Messer.

In Frankreich wird das Messer grundsätzlich für alles eingesetzt, es hat dort somit den Status eines Allzweckmessers. Darüber hinaus wird einem wertvollen Laguiole traditionsgemäß ein altmodischer Frauenname, wie Joséphine, Mireille oder Antoinette gegeben.

Auf folgende Kriterien sollte vor dem Kauf geachtet werden:

  • Das wichtigste Kriterium ist die Benennung der herstellenden Schmiede. Hier sollte die Existenz der angegeben Schmiede geprüft werden und im Zweifel direkter Kontakt oder Erkundigungen in neutralen Foren vorgenommen werden.
  • Auf der Klinge von einem Laguiole ist grundsätzlich sichtbar der Name oder/und das Logo der herstellenden Schmiede eingeprägt oder gestanzt. Der Name ist bei einem Original allerdings nie gelasert.
  • Sollte ausschließlich der Name Laguiole auf der Klinge vorhanden sein ⇒ Kontaktaufnahme oder Erkundigung in neutralen Foren. Denn Laguiole alleine reicht nicht aus, es muss zusätzlich das Logo aufweisen (bei der Schmiede Laguiole en Aubrac ist es der Stierkopf).
  • Bei einer Klinge aus Damaststahl befindet es sich der Name/Logo in der Regel auf dem Klingenhals. Der Grund hierfür ist, die Erhaltung der Maserung des Damastmusters.
  • Hohe Vertrauenswürdigkeit weisen Laguiole mit einem zusätzlichen LOG-Siegel auf. Dieses befindet sich auf der Klinge und steht für „Laguiole Origine Garantie“, welches vom Verband „Association de Défense du Laguiole Origine Garantie“ vergeben wird. Dieses Siegel befindet sich nur an Messern, welches die strengen Qualitätskriterien erfüllt. Von einem Laguiole en Aubrac werden diese Kriterien erfüllt.
  • Die Herkunftsgarantie („garantie d’authenticité“) stellt ein weiteres vertrauenswürdiges Kriterium dar. Diese wird in Form einer rechtlich bindenden Erklärung vom Verkäufer auf der Rechnung ausgehändigt.
  • Weitere Zertifikate stellen keine ausreichende Garantie dar, weil sie leicht zu fälschen sind oder sogar erfunden werden könnten.
  • Die Garantie auf die Klinge und der Service einer Reparatur von der Schmiede selbst.
  • Ein authentisches Laguiole besteht aus einem 12C27 Stahl oder aus Damaststahl. Der Kauf einer Laguiole bestehend aus anderen Stählen, wie 440 oder 420 ist abzuraten.
  • Ausnahme beim Stahl stellen die Steak-, Tafel- und Küchenmessern dar. Hier werden genau wie bei Bestecken andere Stahlsorten eingesetzt. Dennoch sollte hier auch auf Qualität und Verarbeitung geachtet werden.
  • Wenn der Preis billig erscheint, denn es ist eine Illusion zu glauben man könnte ein Original Laguiole Taschenmesser unter 120 Euro erwerben. Ein hochwertiges von qualifizierten Fachleuten hergestelltes Schneidwerkzeug führt immer zu einem entsprechend hohen Preis.
  • Beim Kauf anderer Produkte: Die Laguiole Schmieden stellen ausschließlich Messer her. Keine Uhren,  Aschenbecher, Feuerzeuge, Wecker, Gläser usw.
  • Zuletzt: Die sogenannten Messer-Taufen, welche über das Internet angeboten werden ⇒ nicht seriös, nicht authentisch.

Die auf dem Markt angebotenen Laguiole stammen leider oftmals nicht aus der Schmiede Laguiole. Hierbei handelt es sich um einen nicht ganz unerheblichen Teil von etwa 80 bis 85%. Folglich sollten die aufgeführten Kriterien für einen Kauf beachtet werden.

Sollte das Produkt nicht den oben aufgeführten Kriterien entsprechen ist Vorsicht geboten. Bei der Bezeichnung Laguiole handelt es sich weder um eine eine Schmiede noch um eine Marke. Laguiole ist der Name eines Dorfes in Frankreich und bezeichnet auch einen sehr guten Käse.

Laguiole ist lediglich ein Begriff für eine bestimmte Messerform, welcher rechtlich nicht geschützt ist.

Für einen Laien stellt sich dieser Markt als sehr undurchsichtig und verwirrend dar. In Frankreich gibt es 134 verschiedene Unternehmen, die sich mit der Herstellung von Messern und anderen Produkten beschäftigen und unter dem weltbekannten Begriff Laguiole fertigen. Und nicht jedes dieser Unternehmen ist eine Schmiede, die diese qualitativ hochwertigen Messer produziert.